Der Fahrzeugmarkt, das Thema vom 12.05.2012



Die Kurzanalyse

Während hierzulande der Absatz an neuen Pkw, laut einer aktuellen Statistik der European Automobile Manufacturers Association (ACEA), auf gut 3,17 Millionen Einheiten um satte 8,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr gestiegen ist, mussten andere EU-Märkte Rückgänge hinnehmen.
Bei den Neuzulassungen ist eine derzeitige Tendenz zu Dieselfahrzeugen feststellbar, die bereits in den letzten Jahren immer beliebter wurden.
Am 1. Januar 2011 waren in Deutschland insgesamt 50.184.419 Kraftfahrzeuge angemeldet, davon 42.301.563 Personenkraftwagen (Pkw), 4.432.436 Lastwagen (Lkw) und Zugmaschinen, 3.827.894 Krafträder sowie 76.463 Kraftomnibusse. Überdurchschnittliche Zuwächse erzielten Lastwagen mit einem Plus von 18,5 Prozent und Zugmaschinen mit 28 Prozent.
Während für Lkw und Busse hauptsächlich Dieselmotoren eingesetzt werden, überwiegen im Pkw-Bereich die Fahrzeuge mit Ottomotor. 43 Prozent der Fahrzeuge entsprechen der Euro 4 Norm, die strengere Euro 5 Norm erreichen 7,1 Prozent, allerdings auch 6,3 Prozent nur die Emissionsklasse Euro 1.
Elektro- und Hybridfahrzeuge spielen mit 2.154 bzw. 12.622 Einheiten nur eine Außenseiter-Rolle. Mit einem Marktanteil von zusammen lediglich 1,25 Prozent spielen die alternativen Antriebe und Kraftstoffe nur eine untergeordnete Rolle.
Bei den Neuzulassungen ist eine derzeitige Tendenz zu Dieselfahrzeugen feststellbar, die bereits in den letzten Jahren immer beliebter wurden.
Bezogen auf das Gesamtjahr waren 47,1 Prozent (2010: 41,9 %) der Neuwagen mit einem Dieselmotor ausgestattet (hat auch steuerliche Gründe).
Erfreulich ist die Entwicklung bei den Fahrzeugen, die die Euro 5 Norm erfüllen.  Die seit Jahresbeginn verpflichtende EU5-Abgasnorm wurde von fast allen fabrikneuen Pkw erfüllt (97 %, 2010: 69,7 %). Die CO2-Emissionen der Pkw bezogen auf den Normverbrauch gingen 2011 weiter zurück, im Durchschnitt auf 146,1 g/km CO2.
Mit einem gesamten Marktanteil von 30,5 Prozent erzielten die Importeure 2011 ein leicht besseres Ergebnis, als zu Jahresbeginn prognostiziert. Die Tatsache, dass Renault der größte Autoimporteur in Deutschland ist, hat er der Billig-Tochter Dacia zu verdanken. Der Marktanteil von Renault beträgt 5,3%.

Der durchschnittliche Jahreswert von CO2 Ausstoß pro Km
2011 war in Europa der geringste Wert 122 Gramm (Portugal).

Durchschnittswerte in Deutschland
2009 = 154,2 Gramm
2010 = 151,7 Gramm
2011 = 145,6 Gramm


Unsere Analyse


Der Fahrzeugabsatz wird sich in diesem Jahr in Deutschland kaum verringern.
Für das laufende Jahr 2012 erwartet der ZDK zirka 3,1 Millionen Neuzulassungen. Wenn man die Politik betrachtet, werden es Fahrzeuge sein, die für lange Strecken gut geeignet sind. Da die Unternehmen ihren Flottenbestand erweitern, um die Steuervorteile zu nutzen.

Menschen die es nicht weit zur Arbeit haben und in einer Stadt mit gutem Nahverkehr leben, werden das Auto abschaffen und für diese Leute werden neue Car-Sharingsysteme entwickelt, die eine vollkommen neue Nutzung der Fahrzeuge in betracht zieht. Zur Zeit sind diese Systeme noch zu teuer, aber das wird sich langsam ändern.
Aber es wird viele Menschen geben, die Ihr Fahrzeug nur an den freien Tagen oder am Wochenende nutzen. Für diese Menschen erarbeiten die Städte und Gemeinden gerade Parkkonzepte.

Der Umweltaspekt
Die KFZ- Steuergesetzgebung geht davon aus, dass der CO2 Ausstoß immer geringer wird. Den Wert für 2014 von 95g/km CO2 ist heute eigentlich nur mit Hybridfahrzeuge zu erreichen.
Aber grade diese Fahrzeuge spielen in der Zulassungsstatistik kaum eine Rolle. 12.622 zugelassene Fahrzeuge in 2011, sind nun nicht die Menge an Fahrzeugen, um den Gesamt CO2 Ausstoß drastisch zu verringern.  Zumal die meisten Menschen nicht an die CO2 Aussagen der Wissenschaftler glauben.
Tatsache ist aber, dass sich die Erde weiter erwärmt. Australische Forscher haben im März 2012 neue Zahlen zum Klimawandel veröffentlicht. Temperaturanstieg und Kohlendioxidausstoß sind alarmierend. Die CO2-Konzentration in der Atmosphäre hat mit 390 ppm (300 wären normal) im vergangenen Jahr Rekordniveau erreicht. Damit war der Wert „erheblich höher als in den vergangenen 800 000 Jahren“, heißt es in der Studie. Durch den Energiehunger der Welt wird der Mensch weiter fossile Brennstoffe aus der Erde holen und praktisch alles verbrennen. Damit wird der CO2 Ausstoß weiter steigen.  
Um eine drastische Reduktion zu erreichen, ist es viel wirkungsvoller die Rohstoffkosten für fossile Brennstoffe weiter steigen zulassen. Denn jedes nicht verbrannte Kilo spart Geld und CO2.
In der Wirtschaft wird es durch die hohen Brennstoffkosten eigentlich keine Probleme geben. Nur die Unternehmen müssen rechtzeitig  Maßnahmen treffen. Das heißt sie müssen einkalkulieren, dass die Transportleistungen teurer und wahrscheinlich nicht mehr so viele Fahrten stattfinden, werden.
Viele Unternehmen müssen auch auf andere Transportwege zurück greifen.
Des Weiteren werden neue Forschungen dazu führen, das Brennstoffe aus Algen hergestellt werden. Für die Zucht der photosynthetisch aktiven Mikroorganismen ist die Bereitstellung großer Mengen an Kohlendioxid notwendig. Das ja wieder aus der Luft generiert werden kann. Diese Forschung steckt aber noch ganz am Anfang.


Das Ergebnis


Die 3 Monate sind vorbei und so ist das 2.Quartal am Fahrzeugmarkt um. Im Gegensatz zu Absatzeinbrüchen in Ländern der EU wie Spanien und Frankreich, bleiben die Pkw-Neuzulassungen in Deutschland stabil.
Die Hersteller, die vom europäischen Markt abhängig sind, stecken in einer Krise. Dazu zählen neben Opel, Peugeot - Citroën, und Fiat auch Ford. Zudem wird die Konkurrenz vor allem von Hyundai und Kia immer stärker. Auch Toyota holt, durch seine Umstrukturierungen, wieder auf. Nach den Zahlen des Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) ist der durchschnittliche CO2-Wert aller neu zugelassenen Pkw auf 143,1 g/km gesunken.
Im 2.Quartal gab es 0,2% mehr Zulassungen als ein Jahr zuvor. Mit 860.765 fabrikneuen Personenkraftwagen waren es aber auch 87.129 Fahrzeuge mehr, als im 1.Quartal 2012. Die Nutzfahrzeuge wie auch die Krafträder konnten am Halbjahresergebnis von 2011 nicht anknüpfen.
Die alternativen Antriebe bilden noch immer die Ausnahme. Von den 1,63 Mio. PKW die bis Ende Juni 2012 Neu zugelassen wurden, waren zirka 1% der Fahrzeuge mit alternativen Antrieben ausgerüstet worden. Der dynamischen Entwicklung, von Hybrid- und Elektrofahrzeugen, steht immer noch der Preis im Weg. Für den Massenmarkt sind diese, nach wie vor zu teuer und dies selbst noch, wenn der Benzinpreis auf 2 Euro pro Liter steigen sollte.
Durch das Carsharing ist das Ende des Mietwagens eingeleitet. Carsharingsysteme machen dem traditionellen Mietwagensystem von Sixt, Europcar und Avis schwer zu schaffen. Deutschland’s größtes Carsharingsystem Flinkster (DB Rent´s) und die beiden stark wachsenden Carsharinganbietern DriveNow (BMW/Sixt) sowie car2go (Daimler/Europcar) werden verstärkt zusammen arbeiten. Wie es von Seiten DB Rent's heißt, sind die Carsharingtöchter der Premium-Autobauer BMW und Daimler mit DB Rent in Gesprächen über eine gegenseitige Öffnung ihrer Systeme. Eigens hierfür entwickelt DB Rent eine App, mit der Nutzer von iPhone und Androidbasierten Smartphones auf die verschiedenen Carsharingsysteme zugreifen und Fahrzeuge buchen können. Seit Mai 2012 kommt es zur gegenseitigen Öffnung der Carsharingsysteme Flinkster, DriveNow und car2go. Aber auch Autohäuser sollen in ein Riesennetz eingebunden werden. Nach Meinung von Fachleuten ist nicht ausgeschlossen, dass es zu einer weiteren Annäherung der Carsharingsysteme kommt, dies vor dem Hintergrund, dass der Automarkt europaweit rückläufig sein wird und vor allem Firmen, die sich keinen teuren Fuhrpark mehr leisten können oder wollen, auf Carsharing umsteigen. Heute ist das System Flinkster mit rund 55 % deutschlandweit Marktführer. Bis 2014 will Flinkster seine Flotte nahezu verdoppeln.
In Frankreich ist nach dem Erfolg von Vélib’ gibt es jetzt Autolib’: ein öffentliches Carsharingsystem mit Elektrofahrzeugen, das in Paris und 45 Nachbargemeinden seit Ende 2011 aufgebaut wird und im April an den Start gegangen ist. Geplant sind 1.000 Stationen, davon 700 in Paris, mit 3000 Bluecars von Bolloré, die dank ihrer 240 kg schwere Lithium-Polymer-Batterie einen Radius von 200 bis 250 Kilometer haben und maximal 125 km schnell sind. Was das Bluecar auch für Besucher interessant macht: Es werden nicht nur Jahrespauschalen (144 Euro) und Wochenpreise (15 Euro) angeboten, sondern auch Tagesmieten (10 Euro). Das klingt zunächst ziemlich attraktiv – wären da nicht die zusätzlichen Nutzungskosten von sieben Euro für die ersten halbe Stunde, sechs Euro für die zweite halbe Stunde und acht Euro für jede weitere halbe Stunde. Wer das Bluecar beispielsweise für vier Stunden nutzt, zahlt beim Tagesabo dann 61 Euro Nutzungsentgelt plus zehn Euro Tagesmiete, sprich insgesamt 71 Euro.

 

 

 

 


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