Der M&A Markt, das Thema vom 25.05.2012



Die Kurzanalyse

M&A heißt Mergers & Acquisitions, (Unternehmensübernahme und Fusion). Im November 2011 wurde eine Steigerung der globalen M&A-Aktivität voraus gesagt. Bei den Transaktionswerten wird ein Anstieg um durchschnittlich 14,5 Prozent erwartet, in absoluten Zahlen wäre das eine Zunahme von 250 Milliarden Euro. 72 Prozent der Banken erwarten ein Anziehen des Geschäfts. China wird in diesem Jahr, mit zu den größten Einkäufern zählen. Einer der Haupttreiber der Entwicklung ist der Wandel in der Energiewirtschaft. Vor allem die befragten deutschen Investoren nennen den Sektor an Nummer Eins, wenn es um den Markt mit der größten M&A-Aktivität im kommenden Jahr geht.
Sieht man den Verlauf in den ersten 3 Monaten, könnten die Umfrageteilnehmer recht haben. Im Energiesektor gehen die ersten Unternehmen insolvent und werden so günstig übernommen.
Der Stimmungsindikator (STI) für die Branche, das von KfW und BVK berechnete German Private Equity Barometer, liegt mit 42,8 Punkten über seinem langjährigen Durchschnitt von36,3 Punkte. Zum Jahresende 2011 lag der Index bei 36,1 Punkten. Ein Wert von 65 wurde seit Aufzeichnung noch nie erreicht. Die Spätphasenfinanzierer hingegen bleiben auch nach dem 1. Quartal zurückhaltend. Die Zurückhaltung beruht auf die Verwerfungen an den internationalen Aktien und Anleihenmärkten im letzten Herbst und haben die Stimmung in diesem Marktsegment besonders hart getroffen.  Der STI viel auf 8 Punkte. Nur 2003 war er noch tiefer (0 Punkte). Aber trotzdem erwarten auch die Spätphasenfinanzierer bessere Geschäfte und verweisen auch auf erfolgreichere Verkäufe, die bis jetzt erzielt wurden.
Leider bleiben gesamtwirtschaftliche und politische Unsicherheiten. Ob die optimistischen Erwartungen der Beteiligungsgesellschaften an den Geschäftsverlauf auch erfüllt werden, bleibt abzuwarten.


Unsere Analyse


Geht man davon aus, dass die Verkäufer viel Geld für den Verkauf erhalten, stellt sich die Frage ob sie dann noch bereit sind, für den Käufer zu arbeiten.
Hat der Käufer genug qualifizierte Manpower zur Verfügung, ist der Kauf kein Problem. Sollte das aber nicht der Fall sein, kann der Käufer, ein Problem mit dem Kauf bekommen. Es kann zu erheblichen Verwerfungen im Unternehmen kommen.
Durch das US-Steuergesetz sind die Unternehmen gezwungen, Unternehmen zu kaufen, damit Sie Ihre Überschüsse überhaupt verwerten können. Wir würden davon ausgehen das dieser Trend auch 2012 weiter geht. Da China ebenfalls auf Einkauftour ist, besteht ein hoher Druck auf die einkaufenden Unternehmen. So beabsichtigt Fresenius die Rhönkliniken zu übernehmen.
Während die Eurokrise nur in bestimmten Branchen ihre Spuren hinterlassen hat, verzeichnen die Unternehmen in anderen Wirtschaftszweigen bereits wieder Rekordgewinne (z.B. Fahrzeugbau). Auch die Anzahl an Gerüchten und Bekanntmachungen bevorstehender M&A Deals, verharrt auf hohem Niveau. Das sind Anzeichen das die M&A Aktivitäten im Jahr 2012 weiter zunehmen werden, wenn das Umfeld stimmt.
Das Problem ist, das die Eurokrise noch lange nicht überwunden ist und das wirkt sich auch auf den M&A Markt aus. Private-Equity Unternehmen haben noch Schwierigkeiten an Geld zu kommen, weil die Banken Ihre Eigenkapitalquote erhöhen mussten. Privatanleger sind auch noch sehr zurückhaltend mit Investments in schwache Unternehmen, weil deren Zukunft noch nicht gesichert ist.
Die Unternehmen brauchen aber auch Zugang zu Innovationen, um am Markt zu  bestehen. Das ist meist nur mit dem Erwerb oder Fusion zu erreichen. Da sich die Privatanleger zurück halten, ist zur Zeit ein günstiger Einstieg möglich. Das nutzen vor allem kapitalstarke deutsche und chinesische Unternehmen.
Wenn die Euro- Krise in geordnete Bahnen gebracht wurde, ist mit einem Anstieg der Preise für Unternehmen zu rechen. Da dann die Privatanleger auf Einkaufstour gehen. Diese wird wohl zum Jahresende der Fall sein.
Das Problem ist, dass dann die "guten" Unternehmen schon in den Händen von Unternehmen sind, die diese für ihre Entwicklung benötigen und es werden auch andere Requirierungsmaßnahmen getroffen. Große Unternehmen arbeiten immer öfter mit Startup-Unternehmen zusammen.
Private-Equity-Firmen aus China sind auch langsam  auf den deutschen Markt aktiv. Durch den Kauf der hoch entwickelten Unternehmen, versuchen die Chinesen im hochpreisigen Premiumsegment Fuß zu fassen. Was den Druck auf den Markt weiter erhöht.
Interessant sollte der Börsengang und die Entwicklung von Evonik werden. Da sich das Unternehmen von seine chinesischen Partnern getrennt hat. Vor allem Koninklijke KPN NV wird diesen Börsengang beobachten, um zu analysieren wie es selbst mit Marken an die Börse gehen kann.


Das Ergebnis


Die Unternehmen haben in den letzten 3 Monaten wirklich viel eingekauft. Es hat aber nicht überall zur Übernahme gereicht.
So musste Fresenius die Rhönkliniken Übernahme abschreiben, weil noch andere Unternehmen daran interessiert waren und ebenfalls Aktien im großen Still eingekauft haben.
So haben zum Beispiel:
  • Deutschlands größter Energieversorger E.ON AG seine Gasnetztochter Open Grid Europe GmbH (OGE) verkauft .
  • ThyssenKrupp veräußert amerikanische Eisengießerei an KPS Capital Partners.
So könnte man noch eine ganze Menge Unternehmen aufzählen.
Aber es gab auch Absagen. Die größte Absage, war die von Evonik.
Mit der Begründung, die Entwicklung auf den Finanzmärkten derart unsicher, dass nicht klar sei, ob das Unternehmen Erlöse erreichen könnte, die dem Wert der Evonik gerecht werden, wird der Börsengang aufgeschoben, teilte das Kuratorium der RAG-Stiftung mit. Sie hält 74,99 Prozent an Evonik. Die übrigen Anteile liegen bei dem Finanzinvestor CVC Capital Partners. Der Börsengang war in der Vergangenheit bereits zwei Mal wegen Finanzkrisen verschoben worden.
Aber es gibt auch andere Stimmen. Da das Kuratorium stark politisch beeinflusst ist, wird auch die Zersplitterung befürchtet.

 

 

 

 


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